24.03.2025
Unsere Lage ist nicht besonders gut

„Unsere Lage ist nicht besonders gut“

„Unsere Lage ist nicht besonders gut“, steht in Schwedisch auf dem kleinen Magneten, den wir uns im Urlaub gekauft hatten. Er erinnert uns an unseren Besuch im Museum in Gränna. Auf dem Magneten war über der Schrift in schwarz-weiß das Foto eines am Boden liegenden großen Ballons zu sehen, neben dem zwei Männer stehen.

Das Museum in Gränna ehrt den bekannten Sohn der kleinen Stadt, Salomon August Andrée. Er war Ingenieur. Im Juli 1897 war er zusammen mit zwei weiteren Männern aufgebrochen, um in einem Wasserstoffballon den Nordpol zu erreichen.

Vor der Reise hatte er viele Menschen für seine Idee begeistert. Aber schon bald war klar, dass sie scheitern würden. Alle drei starben. Über 33 Jahre lang waren ihre Leichen verschollen. Dann fand man sie und brachte sie zusammen mit zahlreichen Dokumenten, mit Tagebüchern und Fotos, zurück nach Schweden. 

Trotz seines Scheiterns ehrt die kleine Stadt ihren bekannten Sohn mit einem Museum. Und auch wir staunten über die Neugier und die Naivität der tollkühnen Männer. Sollte man so etwas ehren? Oder nicht lieber die umsichtigen, behutsamen Menschen unterstützen? Wir brauchen sie wohl beide, die tollkühnen und die bewahrenden Menschen, die aufeinander achten.

Dann ist unsere Lage besser. Das wünscht sich Katarina Schubert von der evangelischen Kirche in Saalfeld.