25.03.2025
Der Friedenskuss
An der Nordseite des Gothaer Schlosses ziert ein Schmuckstein das Hauptportal. Zwei Frauen sind dargestellt, zwei allegorische Figuren. Die eine hält ein Schwert und eine Waage als Symbole der Gerechtigkeit in den Händen, die andere trägt einen Palmwedel in der Hand. Sie stehen für Frieden und Gerechtigkeit und geben sich einen Kuss.
Das ließ damals, als das Schloss gebaut wurde, der regierende Herzog dort anbringen. Ernst I., der auch Ernst der Fromme genannt wurde, kannte seine Bibel und die Worte aus dem 85. Psalm, wo von diesem Kuss erzählt wird.
Der Herzog und alle anderen hatten dreißig Jahre Krieg in Deutschland hinter sich. Auf den Ruinen des alten Schlosses Grimmenstein hatte Ernst I. noch während des Krieges das neue Schloss Friedensstein errichten lassen. Nach Kriegsende ließ er dann das Relief anbringen.
Wenn ich nach Gotha fahre, sehe ich schon von Weitem das Schloss Friedensstein über der Stadt thronen. Und ich wünsche mir, dass sich auch heute wieder Gerechtigkeit und Friede küssen. Dort, wo der Krieg nicht enden will.
Heute vor 350 Jahren ist Ernst der Fromme gestorben. Seine Botschaft, die er am Schloss hat anbringen lassen, gilt weiterhin.
Eine friedliche Nacht wünscht Katarina Schubert aus Saalfeld von der evangelischen Kirche.